
Die Geschichte unseres Vereins
Am Samstag, dem 19. April 1919, wenige Monate nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, fanden sich fünf Männer zusammen, die mehr verband als nur die Leidenschaft fürs Angeln: Emil Schmidt, Johann Schulze, Willi Werpup, Reinhold Stuck und Franz Fuhrmann gründeten unseren Verein.
Emil Schmidt übernahm den Vorsitz und prägte die ersten vier Jahrzehnte entscheidend.
Deutschland lag im Umbruch. Vieles war unsicher. Doch am Wasser fanden diese Männer das, was ihnen im Alltag fehlte: Ruhe, Klarheit, Gemeinschaft. Genau daraus entstand die „Eiserne Ruhe“.
Ein Jahr nach der Gründung erhielt der Verein seinen Namen. Er geht auf Worte von Emil Schmidt zurück, die bis heute das Selbstverständnis unseres Vereins ausdrücken:
„… viel wertvoller als das Gold in der Truhe ist für den Angler die eiserne Ruhe.“
Dieser Satz ist kein Spruch für die Wand. Er ist Haltung.
Geduld statt Hast.
Respekt vor Natur und Mitmenschen.
Zusammenhalt statt Ego.
Durch schwere Zeiten getragen
Die ersten Jahrzehnte waren alles andere als leicht. Wirtschaftskrisen, politische Umbrüche, zwei Weltkriege und schwierige Nachkriegsjahre stellten auch unseren Verein auf die Probe. Mitglieder wurden eingezogen, Strukturen zerfielen, vieles musste neu aufgebaut werden.
Und trotzdem blieb der Verein bestehen.
Nicht, weil es einfach war. Sondern weil Menschen Verantwortung übernommen haben. Weil Kameradschaft stärker war als äußere Umstände. Weil man sich gegenseitig unterstützte.
1959, nach beeindruckenden vierzig Jahren als Vorsitzender, legte Emil Schmidt sein Amt nieder. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ein Zeichen des Respekts für außergewöhnliches Engagement.
Die Ära Schulze und Schulz
Nach Emil Schmidt begann eine prägende Zeit unter der Führung zweier Familien: Schulze und Schulz. Über Jahrzehnte hinweg trugen sie Verantwortung für den Verein:
- Emil Schulze (1959–1964)
- Fritz Schulze (1965–1971)
- Walter Schulz (1972–1992)
- Fritz Schulze erneut (1993–2004)
Diese Jahre standen für Stabilität, Verlässlichkeit und kontinuierliche Entwicklung. Vereinsleben bedeutete nicht nur Angeln. Es bedeutete Arbeitseinsätze, Hege, Pflege der Gewässer, Aufbau und Erhalt von Gemeinschaft.
2005 wurden Fritz Schulze und Walter Schulz für ihre langjährige Tätigkeit als Vorsitzende zu Ehrenmitgliedern ernannt. Verdient. Mit großem Respekt.
Ein neues Kapitel
2005 übernahm Nicky Suter den Vorsitz. Zwanzig Jahre führte er den Verein ruhig, verlässlich und mit klarer Linie. Keine großen Worte. Keine Selbstdarstellung. Sondern Präsenz, Geradlinigkeit und Verantwortung.
Auch in schwierigen Phasen, wie während der Corona-Pandemie, blieb er standhaft und hielt den Verein zusammen. Entscheidungen wurden nicht laut getroffen, sondern bedacht und konsequent umgesetzt.
2025 legte Nicky Suter das Amt auf eigenen Wunsch nieder. Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze übergab er einen stabil geführten Verein in geordneten Verhältnissen. Ein starkes Fundament für die Zukunft.
Seit 2025 steht Michael Hofmann als 1. Vorsitzender an der Spitze des Vereins. Mit Respekt vor der Geschichte und klarem Blick nach vorn führt er die „Eiserne Ruhe“ in die nächste Generation. Tradition bewahren. Zukunft gestalten.
Mehr als ein Angelverein
Unser Verein ist kein reiner Zusammenschluss von Anglern. Er ist Teil der Gemeinschaft.
Er steht für:
- Hege und Pflege unserer Gewässer
- Verantwortung für Natur und Umwelt
- Kameradschaft über Generationen hinweg
- Weitergabe von Wissen an junge Mitglieder
- Gemeinsame Veranstaltungen und gelebte Tradition
Über ein Jahrhundert Geschichte bedeutet nicht Stillstand. Es bedeutet Erfahrung.
Vorsitzende seit 1919
- Emil Schmidt, 1919 – 1959
- Emil Schulze, 1959 – 1964
- Fritz Schulze, 1965 – 1971
- Walter Schulz, 1972 – 1992
- Fritz Schulze, 1993 – 2004
- Nicky Suter, 2005 – 2025
- Michael Hofmann, seit 2025
